Archiv für Mai 2012

Vortrag über Rechtsrock

Veranstaltungstipp

Am Mittwoch, den 30.05.12, findet um 19:00 Uhr im Klubhaus Saalfeld ein Vortrag von MOBIT über „Rechtsrock – Braune Subkultur“ statt.

Galaabend der Rotzfrechen Asphaltkultur

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Wann: 19. Mai 2012, ab 18 Uhr
Wo: Klubhaus Saalfeld
Infos: http://rak-treffen.de und http://www.klubhaus-saalfeld.de/

Flyertext:

Die RotzfrecheAsphaltKultur (RAK) ist ein Zusammenschluss von alternativen, gesellschaftskritischen und emanzipatorischen Straßen- und Kleinkünstler_innen.
Seit nunmehr 30 Jahren machen Diese einzeln sowie in Gruppen oder Projekten, meist in unterschiedlichen Besetzungen und Generationen die Bühnen unsicher.

Diese Bühnen entstehen da, wo wir sie schaffen: Ursprünglich trafen sich in der RAK vor allem Menschen, die auf der Straße Musik machten. Heute spielen wir auch in Parks, linken Zentren, im besetzten Haus und im Landprojekt, in Häusern und Wagenburgen. Kurz: Überall. Dies tun wir mit der Intention, etwas Chaos und Träume in die Köpfe zu streuen und den grauen Alltag umzukrempeln.

Nun kommt die RAK in die „Provinz“: Das nächste RAK-Treffen findet im Mai in Saalfeld/Saale (Thüringen) statt. Mehr als 40 RAKis aus unterschiedlichen Bands und Projekten präsentieren in einem großen Galaabend verschiedene Schattierungen politisch engagierter Musik und Gegenkultur in einem langen Konzert mit anschließender Party.

Wir freuen uns, Teil dieser Gegenkultur zu sein, welche auch den Menschen in ländlichen Gegenden eine Alternative zu traditionellen Dorffesten, unangenehmen Diskoschuppen und regelmäßig stattfindenden Nazikonzerten bietet!

Die Rotzfreche Asphaltkultur lebt!

Zum Selbstverständnis der RAK: http://rak-treffen.de/die-rak/

Es gibt nichts zu feiern – außer den 8. Mai

Heute vor 67. Jahren siegten die Alliierten über Nazi-Deutschland. Deswegen trafen sich in Saalfeld ca. 30 Menschen um zu feiern. Es wurde ein Redebeitrag (siehe unten) verlesen und anschließend mit Sekt angestoßen. Ein Feuerwerk und etwas Musik rundeten die Siegesfeier ab.

Redebeitrag:

Der 8. Mai – Tag der Befreiung…

Der 8. Mai als Tag der Befreiung jährt sich 2012 zum 67. Mal. Am 8. Mai 1945 erklärte die deutsche Wehrmacht gegenüber den siegreichen Alliierten und der Sowjetunion die bedingungslose Kapitulation.
Bis heute ist der 8. Mai in der Bundesrepublik weder Gedenk- noch Feiertag. Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist dieses Datum als “Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges” ein gesetzlicher Gedenktag.
Mit dem 8. Mai beendeten die Alliierten den deutschen Vernichtungskrieg, die industrielle Vernichtung von Jüdinnen und Juden in der Shoah und all die anderen Grausamkeiten der Deutschen gegen diejenigen, die nicht in die nationalsozialistische Volksgemeischaft gehören sollten oder wollten. Der 8. Mai als Ende der praktizierten Barbarei sollte somit nach wie vor ein Tag der Freude sein.

Der 8. Mai – … aber kein Ende des Nationalsozialismus

Entgegen häufiger Irrtümer ist der 8. Mai nicht der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Zwar beendete er die staatlich manifestierte Herrschaft des Nationalsozialismus – keineswegs verschwand mit dem 8. Mai jedoch die nationalsozialistische Ideologie von einem Tag auf den anderen. Antisemitismus, Nationalismus und volksgemeinschaftliches Denken existierten und existieren fort. Dass der 8. Mai der Tag der Befreiung ist und nicht der der Niederlage, haben in den mittlerweile 27 Jahren nach der Rede Richard von Weizsäckers, der als Bundespräsident 1985 in der Bundesrepublik den 8. Mai als Tag der Befreiung bezeichnete, vielleicht einige Politiker/innen verstanden. Aber für weite Teile der Bevölkerung ist der Tag nach wie vor bedeutungslos und für nicht wenige auch noch eine Niederlage.

Der 8. Mai – als falsche Befreiung

Doch selbst diejenigen, die von Befreiung sprechen, meinen nicht dasselbe. Denn die These, die Mehrheit der Deutschen sei vom nationalsozialistischen Regime unterdrückt worden, wird auch auf den 8. Mai angewendet. Dieser wird in jener Logik zu einer Befreiung der Deutschen von einer selbst unverschuldeten Diktatur und Terrorherrschaft umgedeutet, derer sich die Mehrheit nicht allein hätte entledigen können. Diese Deutung des 8. Mai ist genauso unsinnig und falsch, wie die Darstellung des Nationalsozialismus als ein von oben oktroyiertes Terrorregime zur Unterdrückung der Deutschen. Der Nationalsozialismus war kein Projekt gegen die Deutschen, sondern ein Projekt der Mehrheit der Deutschen. Der nationalsozialistische Staat hat sich auch nicht gegen, sondern mit Zustimmung übergroßer Teile der Bevölkerung konstituiert und die Verfolgung und Vernichtung von Millionen konnte nur mit bereitwilliger – und an vielen Stellen sogar enthusiastischer – Mitwirkung der Volksgemeinschaft so umgesetzt werden, wie sie umgesetzt wurde.

Dass diese grundlegenden Fakten gerne ausgeblendet werden, konstatierte beispielsweise der Politologe Daniel Jonah Goldhagen zuletzt anlässlich des 8. Mai 2005:
“Demgegenüber ist es kaum Bestandteil des deutschen gesellschaftlichen Bewußtseins, dass der Nazismus eine sehr hohe Popularität genoss und wenn nicht von allen, aber doch von einer großen Mehrheit der Deutschen unterstützt wurde; dass die Täter, ganz gewöhnliche Deutsche, dazu bereit waren, Juden, Sinti und Roma und andere Menschen zu massakrieren. […] Hitler war der populärste Politiker der deutschen Geschichte. Jede Auseinandersetzung mit der Geschichte hat mit diesen grundlegenden Fakten zu beginnen.”

Die Deutung des 8. Mai als Befreiung der Deutschen vom nationalsozialistischen Staat macht Täter/innen zu Opfern und somit diejenigen zu Befreiten von denen eigentlich befreit werden musste.

Der 8. Mai war die Befreiung vom Terror der Volksgemeinschaft und der Ausführung des Vernichtungswahns der Deutschen. Befreit wurden all die Menschen, die verfolgt wurden und Widerstand geleistet hatten. Der 8. Mai ist für sie die Befreiung von den “gewöhnlichen Deutschen” dieser Zeit. Dieser Einschätzung schließen wir uns an. Der 8. Mai darf kein Instrument des deutschen Geschichtsrevisionismus sein.

Der 8. Mai – auch den Befreier/innen danken

Den 8. Mai zu Feiern muss auch immer den Dank an diejenigen einschließen, die konsequent gegen den Nationalsozialismus gearbeitet haben und mit ihrem Einsatz den 8. Mai und die Befreiung erst möglich gemacht haben. Das schließt sowohl die Streitkräfte der Anti-Hitler-Koalition, als auch die Partisan/innen und andere Widerstandskämpfer/innen ein.

Der 8. Mai ist und bleibt Tag der Befreiung, soll gefeiert werden und muss gegen jede geschichtsrevisionistische Vereinnahmung verteidigt werden.

Quelle: http://agantifa.blogsport.de/ (Daten aktualisiert)

Antirassistische Aktion beim Dürerparkfest

Im Rahmen des Dürerparkfestes findet jedes Jahr zum 1.Mai ein Seifenkistenrennen in Saalfeld statt. Dieses Jahr bauten AsylbewerberInnen zusammen mit Antira-AktivistInnen eine eigene Seifenkiste und starteten unerwartet vom Publikum eine Theateraktion. Während dessen wurde ein Redebeitrag verlesen und Flugblätter verteilt. Die Filmpiraten haben die Aktion dokumentiert, der Clip kann neben weiteren politischen Videos auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Quelle: http://www.filmpiraten.org

Update:

Der gehaltene Redebeitrag ist hier zu finden: klick