Archiv der Kategorie 'Politik'

Vortrag über soziale und rechtliche Situation von Flüchtlingen im Landkreis

21.6.2012 um 19 Uhr im Klubhaus Saalfeld

Am 21.6. findet im Klubhaus Saalfeld ein Vortrag von Steffen Dittes (Flüchtlingsrat e.V.) über die soziale und rechtliche Situation von Flüchtlingen in Thüringen und im Landkreis. Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenfrei. (Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.)

Plakat
und Flyer zum Download (anklicken)

Quelle: http://grenzenlosev.blogsport.de

Presseschau zur Festnahme des Saalfelder Nazis Steffen Richter

Ein ausführlicher Bericht über die Durchsuchungen und Festnahmen inklusive Hintergründen wurde vom Haskala Saalfeld verfasst.

Ein Bericht über die Ereignisse am 06. Juni 2012 und ein weiterer Artikel mit Informationen zu den Festgenommenen veröffentlichte Spiegel Online.

Weitere Artikel:
MDR
JG Stadtmitte
OTZ 06. Juni, OTZ 06.Juni 2, OTZ 09. Juni

Die Reaktion der Saalfelder Naziszene ließ auch nicht lange auf sich warten: Bericht vom Haskala Saalfeld.

Weitere Infos zum Führungskader des Freien Netzes Saalfeld finden sich auch auf http://saalfelder-nazis.info.

Vortrag über Rechtsrock

Veranstaltungstipp

Am Mittwoch, den 30.05.12, findet um 19:00 Uhr im Klubhaus Saalfeld ein Vortrag von MOBIT über „Rechtsrock – Braune Subkultur“ statt.

Es gibt nichts zu feiern – außer den 8. Mai

Heute vor 67. Jahren siegten die Alliierten über Nazi-Deutschland. Deswegen trafen sich in Saalfeld ca. 30 Menschen um zu feiern. Es wurde ein Redebeitrag (siehe unten) verlesen und anschließend mit Sekt angestoßen. Ein Feuerwerk und etwas Musik rundeten die Siegesfeier ab.

Redebeitrag:

Der 8. Mai – Tag der Befreiung…

Der 8. Mai als Tag der Befreiung jährt sich 2012 zum 67. Mal. Am 8. Mai 1945 erklärte die deutsche Wehrmacht gegenüber den siegreichen Alliierten und der Sowjetunion die bedingungslose Kapitulation.
Bis heute ist der 8. Mai in der Bundesrepublik weder Gedenk- noch Feiertag. Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist dieses Datum als “Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges” ein gesetzlicher Gedenktag.
Mit dem 8. Mai beendeten die Alliierten den deutschen Vernichtungskrieg, die industrielle Vernichtung von Jüdinnen und Juden in der Shoah und all die anderen Grausamkeiten der Deutschen gegen diejenigen, die nicht in die nationalsozialistische Volksgemeischaft gehören sollten oder wollten. Der 8. Mai als Ende der praktizierten Barbarei sollte somit nach wie vor ein Tag der Freude sein.

Der 8. Mai – … aber kein Ende des Nationalsozialismus

Entgegen häufiger Irrtümer ist der 8. Mai nicht der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Zwar beendete er die staatlich manifestierte Herrschaft des Nationalsozialismus – keineswegs verschwand mit dem 8. Mai jedoch die nationalsozialistische Ideologie von einem Tag auf den anderen. Antisemitismus, Nationalismus und volksgemeinschaftliches Denken existierten und existieren fort. Dass der 8. Mai der Tag der Befreiung ist und nicht der der Niederlage, haben in den mittlerweile 27 Jahren nach der Rede Richard von Weizsäckers, der als Bundespräsident 1985 in der Bundesrepublik den 8. Mai als Tag der Befreiung bezeichnete, vielleicht einige Politiker/innen verstanden. Aber für weite Teile der Bevölkerung ist der Tag nach wie vor bedeutungslos und für nicht wenige auch noch eine Niederlage.

Der 8. Mai – als falsche Befreiung

Doch selbst diejenigen, die von Befreiung sprechen, meinen nicht dasselbe. Denn die These, die Mehrheit der Deutschen sei vom nationalsozialistischen Regime unterdrückt worden, wird auch auf den 8. Mai angewendet. Dieser wird in jener Logik zu einer Befreiung der Deutschen von einer selbst unverschuldeten Diktatur und Terrorherrschaft umgedeutet, derer sich die Mehrheit nicht allein hätte entledigen können. Diese Deutung des 8. Mai ist genauso unsinnig und falsch, wie die Darstellung des Nationalsozialismus als ein von oben oktroyiertes Terrorregime zur Unterdrückung der Deutschen. Der Nationalsozialismus war kein Projekt gegen die Deutschen, sondern ein Projekt der Mehrheit der Deutschen. Der nationalsozialistische Staat hat sich auch nicht gegen, sondern mit Zustimmung übergroßer Teile der Bevölkerung konstituiert und die Verfolgung und Vernichtung von Millionen konnte nur mit bereitwilliger – und an vielen Stellen sogar enthusiastischer – Mitwirkung der Volksgemeinschaft so umgesetzt werden, wie sie umgesetzt wurde.

Dass diese grundlegenden Fakten gerne ausgeblendet werden, konstatierte beispielsweise der Politologe Daniel Jonah Goldhagen zuletzt anlässlich des 8. Mai 2005:
“Demgegenüber ist es kaum Bestandteil des deutschen gesellschaftlichen Bewußtseins, dass der Nazismus eine sehr hohe Popularität genoss und wenn nicht von allen, aber doch von einer großen Mehrheit der Deutschen unterstützt wurde; dass die Täter, ganz gewöhnliche Deutsche, dazu bereit waren, Juden, Sinti und Roma und andere Menschen zu massakrieren. […] Hitler war der populärste Politiker der deutschen Geschichte. Jede Auseinandersetzung mit der Geschichte hat mit diesen grundlegenden Fakten zu beginnen.”

Die Deutung des 8. Mai als Befreiung der Deutschen vom nationalsozialistischen Staat macht Täter/innen zu Opfern und somit diejenigen zu Befreiten von denen eigentlich befreit werden musste.

Der 8. Mai war die Befreiung vom Terror der Volksgemeinschaft und der Ausführung des Vernichtungswahns der Deutschen. Befreit wurden all die Menschen, die verfolgt wurden und Widerstand geleistet hatten. Der 8. Mai ist für sie die Befreiung von den “gewöhnlichen Deutschen” dieser Zeit. Dieser Einschätzung schließen wir uns an. Der 8. Mai darf kein Instrument des deutschen Geschichtsrevisionismus sein.

Der 8. Mai – auch den Befreier/innen danken

Den 8. Mai zu Feiern muss auch immer den Dank an diejenigen einschließen, die konsequent gegen den Nationalsozialismus gearbeitet haben und mit ihrem Einsatz den 8. Mai und die Befreiung erst möglich gemacht haben. Das schließt sowohl die Streitkräfte der Anti-Hitler-Koalition, als auch die Partisan/innen und andere Widerstandskämpfer/innen ein.

Der 8. Mai ist und bleibt Tag der Befreiung, soll gefeiert werden und muss gegen jede geschichtsrevisionistische Vereinnahmung verteidigt werden.

Quelle: http://agantifa.blogsport.de/ (Daten aktualisiert)

Antirassistische Aktion beim Dürerparkfest

Im Rahmen des Dürerparkfestes findet jedes Jahr zum 1.Mai ein Seifenkistenrennen in Saalfeld statt. Dieses Jahr bauten AsylbewerberInnen zusammen mit Antira-AktivistInnen eine eigene Seifenkiste und starteten unerwartet vom Publikum eine Theateraktion. Während dessen wurde ein Redebeitrag verlesen und Flugblätter verteilt. Die Filmpiraten haben die Aktion dokumentiert, der Clip kann neben weiteren politischen Videos auch im Filmpiraten-Youtube-Kanal oder auf facebook angeschaut werden.

Quelle: http://www.filmpiraten.org

Update:

Der gehaltene Redebeitrag ist hier zu finden: klick